Gerade im Herbst kennen wir es doch alle: Der Garten ist voll von Blättern. Ein bunter Teppich, ja, aber auch eine Menge Arbeit. Und oft landen diese Blätter dann im Müll oder auf der Deponie, nicht wahr? Doch was wäre, wenn ich Ihnen sage, dass Ihr Herbstlaub im Garten eine echte Goldgrube ist – eine organische Ressource, die viel zu wertvoll ist, um sie einfach wegzuwerfen?
Tatsächlich sind diese Blätter ein Geschenk der Natur, vollgepackt mit Nährstoffen, die unserem Garten helfen können, gesünder und stärker zu werden. Werfen wir also einen Blick darauf, wie wir dieses „Abfallprodukt“ stattdessen sinnvoll nutzen können. Es gibt nämlich vier fantastische Wege, wie Sie das Herbstlaub in Ihrem Garten wiederverwerten können, um den Boden zu verbessern und die Pflanzen glücklich zu machen.
Herbstlaub als Mulch verwenden
Mulch ist ein echter Tausendsassa im Garten, und Laub eignet sich hervorragend dafür! Wenn wir Laub als Mulch verwenden, helfen wir unserem Boden, an Ort und Stelle zu bleiben, fügen ihm wichtige Nährstoffe hinzu und regulieren die Bodentemperatur. Das bedeutet: Im Sommer bleibt der Boden kühler, und die Feuchtigkeit wird besser gespeichert.
Ideal ist es, die Blätter zu häckseln. Ganze Blätter können sich nämlich, wenn sie nass werden, gerne mal zu einer dicken, undurchlässigen Matte verbinden. Wenn man sie mit dem Rasenmäher überfährt, werden sie wunderbar zerkleinert und sind perfekt vorbereitet. Sie können den Laub mulchen entweder sofort im Herbst aufbringen, um den Boden über den Winter zu schützen – besonders toll für Knoblauchbeete oder Pflanzen, die überwintern sollen. Oder Sie bewahren das gehäckselte Laub auf und verwenden es dann im nächsten Sommer als Feuchtigkeitsspeicher.
Laub ist die ideale „braune“ Komponente für den Kompost
Ein gesundes Kompostsystem braucht ein gutes Gleichgewicht zwischen „grünen“ und „braunen“ Materialien. Und da kommt das Herbstlaub ins Spiel! Es ist oft das reichlichste „braune“ Material, das wir in unserem Garten finden, viel einfacher zu beschaffen als Stroh oder geschreddertes Papier.
Auch hier gilt: Gehäckselte Blätter zersetzen sich schneller und bilden weniger leicht Matten. Also, schnappen Sie sich Ihren Rasenmäher! Die ideale Mischung für Ihren Komposthaufen ist etwa zwei Teile „Braun“ (also Ihre Blätter) zu einem Teil „Grün“ (wie Küchenabfälle, Rasenschnitt oder Kaffeesatz). Mischen Sie alles gut durch und lassen Sie es überwintern. Im Frühjahr haben Sie dann wunderbaren, nährstoffreichen Kompost, den Sie direkt in Ihre Beete einarbeiten können. Falls Sie im Herbst nicht so viele „grüne“ Materialien haben, können Sie einen Teil der Blätter auch einfach aufbewahren, um sie dann im Frühjahr oder Sommer mit den dann reichlich vorhandenen „grünen“ Abfällen zu kompostieren mit Laub.
Grabenkompostierung: Laub direkt in den Boden einarbeiten
Diese Methode ist eine wirklich einfache und effektive Art, Blätter direkt in den Boden zu bringen und ihn langfristig zu verbessern. Das Prinzip ist denkbar einfach: Man gräbt einen Graben oder ein Loch, füllt es mit organischem Material – in unserem Fall mit Herbstlaub – und bedeckt es dann wieder mit Erde.
Das Laub zersetzt sich direkt im Boden und verbessert dessen Struktur und Fruchtbarkeit erheblich. Besonders bei lehmigen Böden kann die Grabenkompostierung Wunder wirken, da sie hilft, die Erde aufzulockern und mit Nährstoffen anzureichern. Bis zum nächsten Frühjahr ist das Laub größtenteils zersetzt und hat Ihren Gartenboden auf natürliche Weise bereichert.
Lauberde (Blattmulch) herstellen: Die „faule“ Methode für Langzeitwirkung
Manchmal ist die einfachste Methode die beste, oder? Die Herstellung von Lauberde, oft auch Blattmulch genannt, ist genau das. Es ist quasi eine Art Kompost, der aber nur aus Blättern besteht und daher etwas länger zum Zersetzen braucht – typischerweise ein bis zwei Jahre. Man könnte es die „Methode für den faulen Gärtner“ nennen.
Sie brauchen dafür nur einen Platz im Garten, wo Sie einen großen Haufen Blätter aufschichten können. Am besten ist es, sie in einem Behälter oder einer Drahtumzäunung zusammenzuhalten. Dann heißt es einfach: warten. Mit der Zeit und der Hilfe der Natur verwandeln sich diese Blätter in einen unglaublich gesunden Kompost, der besonders für Kreuzblütler wie Brokkoli, Kohl und Blumenkohl von Vorteil ist. Aber jede Pflanze freut sich über diese zusätzliche organische Substanz. Es ist eine tolle Möglichkeit, große Mengen Laub zu verarbeiten und gleichzeitig über einen längeren Zeitraum einen wertvollen Bodenverbesserer zu Lauberde herstellen.
Denken Sie also daran: Diese fantastische organische Material, das sich jeden Herbst in Ihrem Garten ansammelt, ist viel zu wertvoll, um es einfach wegzuwerfen. Nutzen Sie es! Ihr Garten und die Umwelt werden es Ihnen danken.
Häufig gestellte Fragen
F: Sollte ich das Laub vor dem Mulchen oder Kompostieren immer häckseln?
A: Ja, das Häckseln des Laubs ist sehr empfehlenswert. Gehäckselte Blätter zersetzen sich schneller, bilden weniger leicht Matten und können Nährstoffe effizienter an den Boden abgeben. Ein Rasenmäher ist dafür ein einfaches und effektives Werkzeug.
F: Welche Blätter sind am besten für den Kompost geeignet?
A: Die meisten Baumblätter eignen sich gut. Eichen-, Ahorn- und Buchenblätter sind besonders beliebt. Nussbaumblätter (Walnuss, Rosskastanie) sollten nur in Maßen verwendet werden, da sie gerbstoffreich sind und den Zersetzungsprozess verlangsamen können. Grundsätzlich sollte man Blätter von kranken Bäumen nicht für den Kompost verwenden, um die Verbreitung von Krankheiten zu vermeiden.
F: Wie lange dauert es, bis Lauberde fertig ist?
A: Die Herstellung von Lauberde dauert in der Regel ein bis zwei Jahre, da sie nur aus Blättern besteht und keine „grünen“ Materialien enthält, die den Zersetzungsprozess beschleunigen würden. Es ist eine langfristige Methode, die aber ein sehr hochwertiges Produkt liefert.


