Warum sind Flughafenpreise so hoch? Die Wahrheit über Kosten & Wettbewerb

Februar 3, 2026

uberleben.com.de

Warum sind Flughafenpreise so hoch? Die Wahrheit über Kosten & Wettbewerb

Wie oft stehen wir am Flughafen, schauen auf die Preisschilder und schütteln nur den Kopf? Ein Schokoriegel, der mehr als doppelt so viel kostet wie im Supermarkt. Ein Burger, der 46 % teurer ist als in der Stadt. Diese astronomischen Flughafenpreise sind kein Zufall, sondern das Ergebnis eines komplexen Systems, das Reisende oft fassungslos zurücklässt.

Aber warum ist das so? Und wie konnten die Kosten am Flughafen so aus dem Ruder laufen? Begleiten Sie uns auf eine kleine Reise hinter die Kulissen.

Flughafenpreise: Wie viel teurer ist es wirklich?

Wir alle kennen das Gefühl: Man braucht noch schnell etwas vor dem Flug und zückt mit einem Seufzer die Geldbörse. Aber haben Sie sich jemals gefragt, wie groß der Aufschlag wirklich ist?

Ein einfacher Schokoriegel kann am Flughafen sage und schreibe 120 % mehr kosten. Das ist mehr als das Doppelte! Und ein Burger? Da zahlen wir gerne mal 46 % mehr als für das gleiche Produkt außerhalb des Terminals. Diese Beispiele sind keine Seltenheit, sondern die traurige Normalität an vielen Flughäfen. Manchmal fühlt es sich einfach an wie Abzocke am Flughafen.

Das Problem: Wenig Wettbewerb, viel Kontrolle

Ein Hauptgrund, warum Flughäfen so teuer sind, liegt im mangelnden Wettbewerb. Wir sehen es immer wieder: Man betritt einen Food Court, und auf den ersten Blick scheint es eine große Auswahl zu geben. Doch bei näherer Betrachtung fällt auf, dass sechs oder mehr Geschäfte oft von demselben milliardenschweren Konzern betrieben werden.

Diese großen Konzessionäre haben einen Löwenanteil der Geschäfte und Restaurants unter sich aufgeteilt. Sie operieren weltweit und besitzen über 13.000 Standorte. Ob Duty-Free-Shops, Zeitungsläden oder Restaurants – oft steckt derselbe Großkonzern dahinter. Wenn ein paar wenige Unternehmen den Markt dominieren, gibt es für uns Passagiere kaum Ausweichmöglichkeiten. Die Kosten am Flughafen können dann nach Belieben gestaltet werden.

Von „Street Pricing“ zur „Abzocke“? Eine kurze Geschichte

In den 1990er Jahren gab es tatsächlich eine Bewegung in die entgegengesetzte Richtung. Nach der Deregulierung der Luftfahrt in den späten 70ern und dem damit verbundenen Boom im Flugverkehr wurden Flughäfen überfüllter. Die Passagiere, die oft lange auf Anschlussflüge warteten, waren unzufrieden mit dem Service und den hohen Preisen.

Die Lösung? Das Konzept des „Street Pricing“. Ein Vorreiter war der Flughafen Pittsburgh Anfang der 90er. Er verwandelte sein Terminal in eine riesige Mall mit über 100 Geschäften und Restaurants. Die Idee: Alles sollte genau dasselbe kosten wie außerhalb des Flughafens. Das machte die Passagiere glücklicher und – Überraschung! – die Einnahmen des Flughafens stiegen innerhalb von sechs Jahren um 75 %. Man wollte Reisende nicht „ausnehmen“.

Die Realität heute: „Street Pricing Plus“ und fehlende Kontrolle

Doch diese goldene Ära des fairen „Street Pricings“ ist an vielen Orten vorbei. Heute nutzen viele Flughäfen das sogenannte „Street Pricing Plus“. Das bedeutet, auf den normalen Ladenpreis wird ein Aufschlag von 10 bis 15 % erhoben. Dieser Aufschlag soll die höheren Betriebskosten am Flughafen decken, denn Personal und Waren müssen schließlich durch die Sicherheitskontrollen, was teurer ist.

Das Problem: Die Durchsetzung dieser Preisobergrenzen ist oft lax. Prüfungen finden meist nur ein paar Mal im Jahr statt, und die Konsequenzen für Verstöße sind gering. So finden wir dann Joghurt, der 84 % teurer ist, oder eine Schokolade mit 120 % Aufschlag. Die Abzocke am Flughafen wird zur Norm, wenn niemand wirklich hinschaut. Einige Flughäfen haben die Preisobergrenzen sogar komplett abgeschafft, was den Geschäften freie Hand lässt.

Die „Verweildauer“-Strategie: Warum wir nach der Kontrolle mehr ausgeben

Es gibt einen strategischen Grund, warum Flughäfen so viele Geschäfte nach der Sicherheitskontrolle ansiedeln: die „Verweildauer“. Das ist die Zeit, die wir nach der Kontrolle im Terminal verbringen. Studien zeigen, dass mehr Wartezeit auch mehr Konsum bedeutet. Im Durchschnitt verbringen Reisende etwa zwei Stunden am Flughafen, und ganze 63 % tätigen in dieser Zeit einen Kauf.

Flughäfen nutzen diese „Verweildauer“ gezielt aus. Es ist fast unmöglich, zum Gate zu gelangen, ohne an zahlreichen Essens- und Einkaufsmöglichkeiten vorbeizukommen. Der menschliche Körper reagiert darauf: Wenn unsere Speicheldrüsen anfangen zu arbeiten, kaufen wir tendenziell mehr. Nicht-aeronautische Einnahmen – also Einnahmen, die nicht direkt vom Flugbetrieb stammen, wie Parkgebühren oder Restaurantumsätze – machen bei US-Flughäfen fast die Hälfte des Gesamtumsatzes aus.

Es gibt aber auch Gegenbeispiele: In Portland, Oregon, hält man am „Clean Street Pricing“ fest – alles kostet genau wie in der Stadt. Und siehe da: Die Passagiere geben dort im Schnitt 20 % mehr aus als an anderen Flughäfen, weil sie sich fair behandelt fühlen. Es geht also doch anders!

Häufig gestellte Fragen

Warum sind die Preise am Flughafen so hoch?

Die hohen Flughafenpreise resultieren hauptsächlich aus mangelndem Wettbewerb, da wenige große Konzerne die meisten Geschäfte und Restaurants betreiben. Hinzu kommen höhere Betriebskosten durch Sicherheitsbestimmungen und Mieten sowie die strategische Ausnutzung der Wartezeit der Passagiere nach der Sicherheitskontrolle.

Gab es nicht mal faire Preise am Flughafen?

Ja, in den 1990er Jahren wurde das Konzept des „Street Pricing“ eingeführt, bei dem Produkte am Flughafen den gleichen Preis wie außerhalb hatten. Dies sollte die Passagiere glücklicher machen und den Umsatz steigern, wie das Beispiel Pittsburgh zeigte. Heute wird dies jedoch meist durch „Street Pricing Plus“ mit einem Aufschlag von 10-15 % ersetzt oder Preisobergrenzen wurden ganz abgeschafft.

Wie kann ich die hohen Kosten am Flughafen vermeiden oder reduzieren?

Eine einfache Strategie ist, Getränke und Snacks bereits vor der Ankunft am Flughafen zu kaufen. Viele erfahrene Reisende füllen ihre leere Wasserflasche nach der Sicherheitskontrolle an Trinkbrunnen auf. Da der Wettbewerb im Terminal gering ist, bleibt oft nur die Vorbereitung, um der Abzocke am Flughafen entgegenzuwirken.

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