Wir alle kennen dieses Gefühl: Das Herz klopft, die Aufregung steigt, denn das Vorstellungsgespräch steht an. Doch wussten Sie, dass man oft nur sieben Sekunden hat, um einen ersten Eindruck zu hinterlassen? Manchmal geht es sogar noch schneller! Um sicherzustellen, dass Sie diesen entscheidenden Moment für sich nutzen, ist eine umfassende Vorstellungsgespräch Vorbereitung der Schlüssel zum Erfolg. Schnappen Sie sich einen Notizblock und einen Tee – wir gehen das Schritt für Schritt durch.
Ihr professioneller Auftritt: Mehr als nur Kleidung
Der erste Eindruck ist visuell. Das bedeutet, Ihr Outfit Vorstellungsgespräch muss sitzen. Denken Sie daran: formell, professionell und repräsentativ. Es geht nicht nur um Ihren persönlichen Stil, sondern auch um die Werte des Unternehmens. Sind Sie unsicher, was angemessen ist? Dann wählen Sie immer die bescheidenere, konservativere Variante. Die meisten Unternehmen bevorzugen dies, auch wenn einige heutzutage lockerere Kleiderordnungen haben. Schauen Sie sich am besten vorher die Unternehmenskultur an.
Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung sauber, faltenfrei und gut sitzend ist. Accessoires sollten dezent sein und Sie nicht überladen. Eine mittelgroße Tasche ist ideal, um alle wichtigen persönlichen Dinge zu verstauen, ohne klobig zu wirken. Bei Männern gilt: Falls Sie eine größere Tasche oder Mappe haben, fragen Sie, ob Sie diese an der Rezeption abgeben können.
Planen Sie Ihr Outfit nicht erst am Morgen des Gespräches, sondern idealerweise Tage, wenn nicht sogar eine Woche im Voraus. So haben Sie genug Zeit für den „Dress Rehearsal“: Schlüpfen Sie in Ihr Outfit, setzen Sie sich, stehen Sie auf, bewegen Sie sich. Fühlen Sie sich wohl? Funktioniert alles? Das nimmt Ihnen am großen Tag eine Sorge ab und versetzt Sie mental in die richtige Stimmung.
Das Unternehmen kennen: Ihre Geheimwaffe
Sie haben sich beworben, weil die Position gut klingt. Perfekt! Aber das ist erst der Anfang. Sobald Sie zum Gespräch eingeladen werden, ist es Ihre Aufgabe, das Unternehmen gründlich zu recherchieren. Gehen Sie über die Website hinaus. Je mehr Sie wissen, desto besser.
Der Interviewer wird Sie fast immer fragen, ob Sie Fragen haben. Das ist Ihre Chance! Vermeiden Sie Fragen, deren Antworten man leicht auf der Website finden kann. Fragen Sie stattdessen nach Visionen, Herausforderungen oder spezifischen Projekten, die auf tiefgehender Recherche basieren. Das zeigt echtes Interesse und Engagement.
Dokumente: Die perfekte Mappe macht den Unterschied
Seien Sie vorbereitet – lieber zu viel als zu wenig. Nehmen Sie immer mehrere makellose Kopien Ihrer Unterlagen mit: Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse. Vielleicht ist nicht nur eine Person beim Interview anwesend, sondern gleich mehrere. Dann ist es ein großer Vorteil, wenn jeder seine eigene Kopie bekommt.
Verstauen Sie alles in einer sauberen, knitterfreien Mappe. Nichts ist unprofessioneller als ein zerknittertes oder fleckiges Dokument. Besonders wenn Sie eine längere Anreise haben, schützt eine gute Mappe Ihre Unterlagen vor Regen und anderen Unannehmlichkeiten.
Pünktlichkeit ist König: Planen Sie Ihre Anreise
Zeitmanagement ist eine wichtige Soft Skill, die Unternehmen schätzen. Planen Sie Ihre Anreise deshalb akribisch. Überlegen Sie: Gibt es Stau? Baustellen? Unvorhergesehenes? Fahren Sie die Strecke, wenn möglich, ein paar Tage vorher ab.
Kommen Sie mindestens 30 Minuten früher an. Das gibt Ihnen Zeit, sich zu sammeln, vielleicht kurz die Toilette aufzusuchen, um sich frisch zu machen, und mental anzukommen. Betreten Sie das Büro aber nicht überpünktlich. Nutzen Sie die Zeit in einem nahegelegenen Café, um noch einmal durchzuatmen. Stellen Sie einen Alarm, damit Sie das tatsächliche Interview nicht verpassen!
Verzichten Sie außerdem darauf, mit vielen schweren Taschen oder Ihrer dicken Winterjacke in den Besprechungsraum zu kommen. Fragen Sie an der Rezeption, ob Sie Ihre Sachen abgeben können. Das lässt Sie unbeschwerter und selbstbewusster auftreten.
Die Magie der Etikette: So überzeugen Sie im Gespräch
Jetzt geht es ans Eingemachte: die Bewerbungsgespräch Etikette während des Gesprächs.
* Digitale Ablenkungen ausschalten: Ein absolutes Muss! Nicht nur Ihr Telefon, sondern auch Ihre Smartwatch gehört während des Interviews in den Flugmodus oder bleibt ganz zu Hause. Ständige Benachrichtigungen oder der Blick aufs Handgelenk wirken extrem respektlos und ablenkend.
* Der Händedruck: Warten Sie immer, bis der Interviewer Ihnen die Hand reicht. Der Händedruck sollte fest sein, Handfläche zu Handfläche, mit direktem Augenkontakt und einem freundlichen Lächeln. Bei Männern gilt: Nehmen Sie die Hand, die nicht schüttelt, aus der Hosentasche! Beide Hände sollten sichtbar sein.
* Namen merken: Versuchen Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner zu merken. Falls Sie unsicher sind, fragen Sie höflich, wie der Name richtig ausgesprochen oder buchstabiert wird. Versuchen Sie, den Namen während des Gesprächs drei Mal zu verwenden – das wirkt persönlich und aufmerksam.
* Die Sitzhaltung: Nehmen Sie erst Platz, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Achten Sie während des gesamten Gesprächs auf Ihre Körpersprache Bewerbungsgespräch. Sitzen Sie aufrecht, lassen Sie etwas Platz zwischen Ihrem Rücken und der Stuhllehne. Beide Füße stehen fest auf dem Boden, die Beine nicht überkreuzt und die Fußspitzen zeigen nicht auf den Interviewer.
* Körpersprache im Allgemeinen: Achten Sie auf unbewusste Angewohnheiten. Spielen Sie mit Ihren Haaren? Knacken Sie mit den Knöcheln? Fahren Sie sich übers Gesicht? Versuchen Sie, all diese nervösen Gesten zu vermeiden. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf die Fragen.
* Wortwahl und Ton: Vermeiden Sie es, schlecht über frühere Arbeitgeber oder Kollegen zu sprechen. Das wirft ein schlechtes Licht auf Sie, egal wie berechtigt Ihre Kritik sein mag. Sprechen Sie klar, präzise und verwenden Sie keine Umgangssprache. Üben Sie Ihre Antworten im Voraus, vielleicht mit einem Freund oder Mentor.
* Interesse zeigen: Versuchen Sie nicht, die *interessanteste* Person im Raum zu sein, sondern die *interessierteste*. Stellen Sie Fragen, die zeigen, dass Sie sich mit dem Unternehmen und der Position auseinandergesetzt haben. Zeigen Sie echtes Interesse an Ihren Gesprächspartnern. Gutes Zuhören ist eine seltene Qualität und wird hoch geschätzt.
* Die Dankesnote: Bedanken Sie sich direkt nach dem Gespräch persönlich für die Zeit und die Gelegenheit. Danach, innerhalb von 24 Stunden, senden Sie eine E-Mail. Für einen besonders bleibenden Eindruck können Sie auch eine handschriftliche Dankeskarte per Post schicken. Das machen nur wenige, und es hebt Sie definitiv von der Masse ab!
Eine letzte Überlegung: Locker bleiben
Denken Sie daran: Ein Vorstellungsgespräch ist nur ein Teil des Prozesses. Es ist nicht das Ende der Welt, wenn es nicht klappt. Bleiben Sie entspannt. Sehen Sie es als ein Gespräch, bei dem beide Seiten herausfinden, ob sie zusammenpassen. Diese Einstellung kann viel Angst nehmen und Ihnen helfen, selbstbewusster aufzutreten.
Häufig gestellte Fragen
1. Wie lange im Voraus sollte ich mein Outfit für das Vorstellungsgespräch planen?
Idealerweise planen Sie Ihr Outfit Tage im Voraus, am besten eine Woche vor dem Termin. So haben Sie genug Zeit, um sicherzustellen, dass alles passt, sauber ist und Sie sich darin wohlfühlen. Ein „Dress Rehearsal“ hilft, sich im Outfit sicher zu fühlen.
2. Sollte ich wirklich 30 Minuten vor dem Interview am Veranstaltungsort sein?
Ja, unbedingt. Das gibt Ihnen ausreichend Pufferzeit für unvorhergesehene Verzögerungen und ermöglicht es Ihnen, sich vor dem eigentlichen Gespräch in Ruhe zu sammeln. Gehen Sie aber nicht zu früh in das Büro hinein; nutzen Sie die Wartezeit stattdessen in einem Café in der Nähe.
3. Warum ist es so wichtig, dem Unternehmen nach dem Interview zu danken?
Ein Dankesschreiben, sei es per E-Mail oder handschriftlich, zeigt Wertschätzung, Professionalität und echtes Interesse an der Position. Es ist eine Höflichkeit, die leider nicht mehr viele praktizieren, und kann Sie positiv von anderen Bewerbern abheben.

