Stell dir vor, du bist einer der bekanntesten Nachrichtenmoderatoren der Welt, eine wahre Ikone. Dein Name ist Dan Rather, und seit Jahrzehnten prägst du die Abendnachrichten. Du hast Präsident Kennedys Tod verkündet, aus Vietnam berichtet und Saddam Hussein interviewt – eine lebende Legende. Doch eines Tages, auf dem Heimweg von der Arbeit, wirst du grundlos angegriffen. Zwei Männer fallen dich an, einer schlägt dich und fragt immer wieder mit derselben, seltsamen Frage: „What’s the frequency, Kenneth?“
Diese bizarre Begebenheit ist nicht nur Stoff für urbane Legenden, sondern inspirierte sogar die Rockband R.E.M. zu einem ihrer bekanntesten Songs. Was steckt wirklich dahinter? Ein zufälliger Überfall? Die Wahnvorstellungen eines Geisteskranken? Oder führt uns das Rätsel mitten hinein in eine düstere MKUltra Verschwörung, ein geheimes Projekt der CIA Gedankenkontrolle?
Der rätselhafte Überfall auf Dan Rather und ein weltberühmter Song
Dan Rather war über 24 Jahre lang das Gesicht der Abendnachrichten bei einem der größten amerikanischen Sender. Er war der erste, der die Welt über die Ermordung Präsident Kennedys informierte, lieferte packende Berichte aus dem Vietnamkrieg und führte ein dreistündiges Interview mit Saddam Hussein, kurz vor der Invasion Kuwaits. Eine beeindruckende Karriere, die selbst einen späteren Fehltritt im Präsidentschaftswahlkampf von George W. Bush überstrahlte.
Doch am 4. Oktober 1986 sollte sich sein Leben auf unfassbare Weise ändern. Auf dem Weg nach Hause wurde er von zwei Männern überfallen. Einer schlug ihn und wiederholte penetrant die Frage: „What’s the frequency, Kenneth? Sag mir die Frequenz, Kenneth!“ Rather konnte sich befreien und rannte in seine Wohnung, wo er seinem Hausmeister alles erzählte. Der Dan Rather Vorfall wurde zum Gesprächsthema, ein seltsamer Satz zum geflügelten Wort.
Die Begebenheit schien sich in Luft aufzulösen, ohne dass Täter oder Motive gefunden wurden. Doch sie fand ihren Weg in die Popkultur: R.E.M. verewigten sie in ihrem Song „What’s the Frequency, Kenneth?“, und selbst die populäre Serie *Black Mirror* spielt mit diesem ominösen Satz.
William T. Whitaker: Der Angreifer aus der Parallelwelt
Zehn Jahre später, im Jahr 1997, tauchte plötzlich ein Foto in einer Zeitung auf. Es zeigte William T. Whitaker, der 1994 einen Fernseh-Techniker in New York erschossen hatte und dafür zu 15 bis 25 Jahren Haft verurteilt worden war. Ein Psychiater, der das Foto sah, wurde hellhörig und kontaktierte Dan Rather. Rather erkannte den Mann auf dem Bild sofort als seinen Angreifer.
Was Whitaker bei seiner Vernehmung offenbarte, war mindestens so unglaublich wie der Überfall selbst: Er behauptete, aus dem Jahr 2265 zu stammen, genauer gesagt, aus einer Parallelwelten Theorie – einer parallelen Dimension unseres Planeten. Er sei am 1. September 1986 in unsere Zeit und Welt gekommen. In seiner Welt sei er ein Straftäter, der sich bereit erklärt hatte, als Pilot an Zeit- und Dimensionsreisen teilzunehmen, um im Gegenzug eine Begnadigung zu erhalten.
Vor seiner Reise habe ihn der Vizepräsident seiner Welt, Kenneth Ross Wilson, besucht. Dieser habe ihm einen Chip in den Kopf implantiert und gewarnt, dass er intensive Nachrichten erhalten würde, sollte er versuchen, in der neuen Zeit zu verweilen. Whitakers Reise war erfolgreich, doch bei seiner Rückkehr wurde er irrtümlicherweise festgenommen und verbrachte 30 Tage im Gefängnis. In dieser Zeit erhielt er immer wieder drängende Botschaften von Ross, die ihn zur Rückkehr aufforderten – Nachrichten, die ihn schier verrückt machten.
Auf den Straßen von New York habe Whitaker Dan Rather für den Zwillingsbruder von Kenneth Ross Wilson gehalten und ihn deshalb angegriffen. Ein fataler Fehler. Er erkannte seinen Irrtum und floh. Jahre später, im Jahr 1994, erschoss er den NBC-Techniker. Warum? Whitaker war verzweifelt auf der Suche nach einer Frequenz, die ihm helfen sollte, die störenden Signale aus seiner eigenen Welt zu blockieren. Er glaubte, der Techniker, der für Langwellensendungen zuständig war, könne ihm dabei helfen. Als dieser sich weigerte, zog Whitaker seine Waffe. Im Jahr 2010 wurde Whitaker auf Bewährung entlassen, sein weiteres Schicksal ist unbekannt.
MKUltra: CIA-Gedankenkontrolle oder Schizophrenie?
Klar, die Geschichte von der Parallelwelten Theorie klingt wie aus einem Science-Fiction-Roman. Doch es gibt auch jene, die eine andere, weitaus beunruhigendere Erklärung für Whitakers Verhalten sehen. Einige Autoritäten, darunter auch Psychiater, sind der Meinung, Whitaker sei kein paranoider Schizophrener gewesen, zumal seine geistige Gesundheit nach dem Mord als intakt befunden wurde und er ins Gefängnis, nicht in eine Anstalt kam. Sie vermuten eine ganz andere Art von Manipulation, vielleicht sogar CIA Gedankenkontrolle.
Manche sprechen in diesem Zusammenhang von „Gangstalking“, einer perfiden Form der psychologischen Folter, bei der eine Gruppe – sei es ein Geheimdienst, eine geheime Organisation oder sogar ein Freundeskreis – ein Opfer ins Visier nimmt und dessen Leben auf subtile Weise manipuliert. Es werden Nachrichten vom Konto des Opfers verschickt, Kreditkarten ohne sein Wissen belastet, sodass das Opfer langsam den Verstand verliert und sich selbst in Frage stellt.
Whitaker selbst sprach davon, ständig kontrolliert zu werden, von Signalen und von mentaler Steuerung, die niemand verstand. Für viele ist dies ein direkter Hinweis auf das berüchtigte Projekt MKUltra, ein schändliches Programm, das in den 1950er Jahren begann und bis 1973 andauerte. Es war ein Projekt der CIA, um Techniken der Gedankenkontrolle und psychologischen Manipulation zu erforschen.
Über 80 Institutionen, darunter vier Universitäten, arbeiteten für dieses Projekt, das Berichten zufolge sechs Prozent des CIA-Budgets verschlang. Es wurden unzählige illegale, unethische und irrationale Experimente an Menschen und Tieren durchgeführt. Den Probanden wurden halluzinogene Substanzen und Chemikalien verabreicht, insbesondere LSD, um Verhöre zu erleichtern oder Verhalten zu manipulieren.
Ziele dieser Experimente, wie in einem Dokument von 1955 beschrieben, waren unter anderem:
* Die Entwicklung von Substanzen, die zu irrationalem Denken und Gedankenlosigkeit führen.
* Die Verlangsamung logischer Denk- und Wahrnehmungsprozesse.
* Die Beschleunigung oder Verlangsamung des Alterungsprozesses.
* Die Herbeiführung von vorübergehendem oder dauerhaftem Hirnschaden und Gedächtnisverlust.
* Die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Folter.
* Die Fähigkeit, Menschen Ereignisse vergessen zu lassen, die in einem bestimmten Moment oder an einem bestimmten Ort geschehen sind.
Als Versuchspersonen wurden oft psychisch Kranke, Häftlinge, Drogenabhängige und Prostituierte ausgewählt – Menschen, die aufgrund ihrer Umstände oder ihres Status kaum Widerstand leisten konnten. Ein beteiligter Beamter sagte einmal: „Wir haben jeden benutzt, der sich uns nicht widersetzen konnte.“ Es wird sogar vermutet, dass der Mörder von John F. Kennedy, Sirhan Sirhan, ein Opfer dieser Experimente gewesen sein könnte.
Es gibt sogar einen unheimlichen Hinweis, der die Verbindung zu MKUltra besonders stark macht. Im September 1986, also nur einen Monat vor dem Überfall, beendete Dan Rather seine Abendnachrichten auf merkwürdige Weise: Er sagte, scheinbar grundlos, immer wieder das Wort „courage“ (Mut). Man machte sich darüber lustig, bis er es schließlich aufgab. Für einige Experten ist dies mehr als nur eine Laune: Es könnte ein Schlüsselwort, ein Triggerwort, gewesen sein, das im Rahmen eines MKUltra-Experiments in das Unterbewusstsein eines Opfers gepflanzt wurde. Bei dessen Hören sollte das Opfer eine zuvor einprogrammierte Handlung ausführen – genau wie im Film „Marathon Man“, wo das Triggerwort „Is it safe?“ verwendet wird.
Ob William T. Whitaker wirklich ein Zeitreisender aus einer Parallelwelt war oder ein Opfer der grausamen Experimente des MKUltra-Projekts, bleibt ein ungelöstes Rätsel. Doch die Geschichte wirft ein erschreckendes Licht auf die dunkle Seite menschlicher Manipulation und die tiefgreifenden Fragen, die staatliche Geheimprojekte wie die MKUltra Verschwörung aufwerfen.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist die Verbindung zwischen Dan Rather und dem R.E.M.-Song „What’s the Frequency, Kenneth?“
Der bekannte R.E.M.-Song wurde durch einen mysteriösen Überfall auf den US-Journalisten Dan Rather im Oktober 1986 inspiriert. Rather wurde dabei von zwei Männern attackiert, von denen einer wiederholt die verwirrende Frage „What’s the frequency, Kenneth?“ rief. Dieses bizarre Ereignis wurde zum Titel des Liedes.
Wer war William T. Whitaker und welche Theorie vertrat er?
William T. Whitaker war der Mann, der Dan Rather angriff. Als er Jahre später wegen Mordes festgenommen wurde, behauptete er, aus dem Jahr 2265 zu stammen und aus einer parallelen Dimension in unsere Zeit gereist zu sein. Er habe Rather fälschlicherweise für eine Schlüsselfigur aus seiner eigenen Dimension gehalten und deshalb attackiert.
Was war das Projekt MKUltra und welche Rolle könnte es in dieser Geschichte spielen?
Das Projekt MKUltra war ein geheimes und höchst umstrittenes Forschungsprogramm der CIA, das von den 1950er bis in die 1970er Jahre lief. Ziel war die Erforschung von Methoden der Gedankenkontrolle, psychologischen Manipulation und Vernehmung durch Drogen und andere unethische Experimente an menschlichen Probanden. Einige Theorien besagen, Whitaker könnte ein Opfer dieses Projekts gewesen sein, dessen Verhalten durch ein „Triggerwort“ wie „courage“ (das Rather kurz vor dem Angriff verwendete) ausgelöst wurde.


