Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Powerbank mit 10.000 mAh und Ihr Smartphone-Akku fasst 5.000 mAh. Logisch, denken Sie, das reicht für zwei volle Ladungen! Doch die Realität sieht oft anders aus: Ihre Powerbank ist viel schneller leer, als Sie erwartet haben. Fühlen Sie sich da manchmal auch ein bisschen über den Tisch gezogen?
Keine Sorge, Sie sind nicht allein mit diesem Gefühl. Während es leider immer noch unseriöse Anbieter mit völlig übertriebenen Kapazitätsangaben gibt, täuschen uns manchmal selbst die Zahlen bekannter Marken – und das, obwohl sie technisch gesehen korrekt sind. Aber was genau steckt dahinter? Es hat viel mit der Powerbank Kapazität und wie wir sie messen zu tun.
Energieverluste bei der Umwandlung sind unvermeidlich
Ein großes Stück des Rätsels liegt in der Art und Weise, wie Energie von der Powerbank zum Smartphone gelangt. Dieser Vorgang ist leider niemals zu 100 % effizient. Im Inneren einer Powerbank befindet sich ein Akku, der typischerweise eine Nennspannung von etwa 3,6 bis 3,7 Volt hat. Ein USB-Anschluss liefert jedoch standardmäßig 5 Volt.
Um diese Spannung anzupassen, ist in jeder Powerbank ein sogenannter Gleichspannungswandler verbaut. Dieser wandelt die niedrigere Spannung des internen Akkus auf die benötigten 5 Volt (oder sogar mehr bei Schnellladesystemen) hoch. Und genau hier geht Energie verloren. Ein Verlust von etwa 10 % ist dabei ganz normal und realistisch. Man kann es sich so vorstellen: Wenn 1,1 Watt in den Wandler fließen, kommen vielleicht nur 1 Watt am Ausgang an.
Auch Ihr Smartphone „frisst“ Energie beim Laden
Die Verluste enden nicht bei der Powerbank. Auch Ihr Smartphone spielt eine Rolle. Würde die volle 5-Volt-USB-Spannung direkt auf den Handy-Akku geleitet, würde dieser beschädigt. Das Smartphone muss also seinerseits die eingehende Spannung noch einmal herunterregeln.
Auch dieser Prozess ist nicht verlustfrei. Diese zusätzlich verlorene Energie äußert sich oft als Wärme – genau deshalb wird Ihr Telefon beim Laden manchmal so warm. Die Powerbank Effizienz wird also nicht nur von der Powerbank selbst, sondern auch vom Ladezustand und den internen Prozessen des Endgeräts beeinflusst.
Warum Milliampere-Stunden (mAh) oft irreführend sind
Die Angabe der Kapazität in Milliampere-Stunden (mAh) ist weit verbreitet, wahrscheinlich weil viele Menschen damit vertraut sind. Eine Batterie mit 5 Amperestunden kann 5 Ampere für eine Stunde oder 1 Ampere für fünf Stunden liefern. Klingt einfach, oder?
Doch diese Einheit vernachlässigt einen entscheidenden Faktor: die Spannung. Ein Akku, der 2.600 mAh bei 3,7 Volt liefert, hat eine völlig andere tatsächliche Energiemenge als ein Akku mit 2.600 mAh bei beispielsweise 11,1 Volt. Letzterer enthält dreimal mehr Energie, auch wenn die mAh-Zahl identisch ist. Das kann ganz schön verwirrend sein!
Wattstunden (Wh) sind die wahre Währung der Energiekapazität
Glücklicherweise gibt es eine viel präzisere Einheit, die die Spannung berücksichtigt: die Wattstunde (Wh). Wattstunden ergeben sich, wenn Sie die Amperestunden (Ah) oder Milliampere-Stunden (mAh, dann geteilt durch 1000) mit der Spannung (Volt) multiplizieren.
Wenn Sie die Wattstunden Powerbank Angabe vergleichen, können Sie die tatsächliche Energiekapazität von Powerbanks und Akkus viel genauer einschätzen, unabhängig von der verbauten Batterietechnologie. Das ist besonders wichtig, da es immer mehr unterschiedliche Batterietypen mit variierenden Nennspannungen gibt, wie zum Beispiel Lithium-Eisenphosphat-Akkus mit etwa 3,2 Volt Nennspannung, die zwar sicherer sind und mehr Ladezyklen vertragen, aber eben eine andere Spannung haben als herkömmliche Lithium-Ionen-Zellen.
Manche Hersteller, besonders bei größeren Power Stations, listen die Wattstunden bereits prominent auf. Das ist der richtige Weg! Wenn Sie also eine Powerbank kaufen, schauen Sie immer zuerst auf die Wattstunden-Angabe. Und falls diese fehlt, wissen Sie jetzt, wie Sie die Rechnung selbst machen können. Berücksichtigen Sie außerdem immer die geschätzten Ladezyklen, die der Hersteller angibt – das gibt Ihnen eine realistischere Vorstellung davon, wie oft die Powerbank Ihr Gerät tatsächlich laden kann.
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Häufig gestellte Fragen
F: Warum ist meine Powerbank trotz hoher mAh-Zahl so schnell leer?
A: Die angegebene Kapazität in mAh bezieht sich oft auf die interne Batteriespannung der Powerbank (z.B. 3,7V). Beim Laden eines Geräts muss die Spannung jedoch auf 5V (oder mehr) erhöht werden, wobei Energie verloren geht. Auch Ihr Smartphone verliert beim Herunterregeln der Spannung weitere Energie, was zu einem geringeren als erwarteten Ladeergebnis führt.
F: Sind Wattstunden (Wh) eine bessere Einheit als Milliampere-Stunden (mAh)?
A: Ja, Wattstunden (Wh) sind die präzisere Einheit, um die tatsächliche Energiekapazität von Powerbanks zu vergleichen. Sie berücksichtigen sowohl die Stromstärke (Ampere) als auch die Spannung (Volt), während mAh die Spannung außer Acht lassen, was zu Missverständnissen führen kann.
F: Wie kann ich die Wattstunden einer Powerbank berechnen, wenn nur mAh angegeben sind?
A: Sie können die Wattstunden (Wh) berechnen, indem Sie die Milliampere-Stunden (mAh) durch 1000 teilen, um auf Amperestunden (Ah) zu kommen, und diesen Wert dann mit der internen Nennspannung des Akkus multiplizieren (oft 3,6V oder 3,7V für Lithium-Ionen-Akkus). Beispiel: 10.000 mAh / 1000 * 3,7V = 37 Wh.

