Die 30er – das ist nicht einfach nur ein neues Jahrzehnt. Es ist die Zeit, in der die finanzielle „Aufschieberitis“ der 20er endgültig vorbei sein sollte und das „echte Leben“ beginnt. Aber keine Sorge, das muss nicht langweilig sein! Im Gegenteil, es ist die perfekte Phase, um die Weichen für finanzielle Ziele in deinen 30ern zu stellen, die dir in deinen 40ern oder 50ern die Tür zur finanziellen Unabhängigkeit öffnen können. Vielleicht sogar zur Frührente, dem spannendsten Ziel überhaupt.
Es geht darum, jetzt die Grundlagen zu schaffen, damit du später die Freiheit hast, so zu leben, wie du es wirklich willst. Lass uns direkt eintauchen in fünf spannende Ziele, die dich motivieren werden, deine Finanzen in die Hand zu nehmen.
Baue einen „FU-Fund“ (Finanzielle Unabhängigkeits-Geld) auf
Fangen wir gleich mit etwas an, das fast ein bisschen frech klingt, aber unglaublich befreiend ist: Dein „FU-Fund“. Stell dir vor, du hast Rücklagen, die ein bis zwei Jahre deiner Lebenshaltungskosten abdecken, ohne dass dieses Geld für etwas Bestimmtes verplant ist. Was das bringt? Eine unglaubliche Freiheit!
Mit so einem Polster auf der hohen Kante öffnen sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten. Du könntest dir erlauben, nach einem Job zu suchen, der dir mehr Freude bereitet, selbst wenn er anfangs weniger einbringt. Oder du könntest eine Auszeit nehmen, eine Art „Mini-Rente“, um dich neu zu orientieren oder einfach mal durchzuatmen. Das Wissen, dass du deinen Job kündigen könntest oder finanziell abgesichert wärst, falls du ihn verlieren würdest, verändert deine gesamte Perspektive auf die Arbeit. Du fühlst dich nicht mehr verzweifelt abhängig, sondern übernimmst die Kontrolle zurück. Das gibt dir auch mehr Selbstvertrauen bei Gehaltsverhandlungen oder wenn du eine Gehaltserhöhung forderst.
Reduziere Steuern legal, indem du steuerbegünstigte Altersvorsorgekonten maximal ausschöpfst
Wer zahlt schon gerne mehr Steuern als nötig? Wohl niemand. Aber die gute Nachricht ist: Du kannst deine Steuerlast legal senken. Eines der effektivsten Mittel dafür ist, deine Möglichkeiten bei steuerbegünstigten Altersvorsorgekonten oder anderen Sparoptionen voll auszuschöpfen.
Stell dir vor, du könntest dein zu versteuerndes Einkommen deutlich senken, indem du klug vorsorgst. Wenn du zum Beispiel die in Deutschland verfügbaren Optionen wie die Riester-Rente, Rürup-Rente oder die betriebliche Altersvorsorge (bAV) maximal nutzt, reduzierst du den Betrag, auf den du Steuern zahlen musst. Das ist fast wie ein satter Rabatt vom Finanzamt, den du dir einfach selbst einräumst! Auch das Investieren in ETFs über ein Depot kann unter Umständen steuereffizient gestaltet werden, besonders wenn man Freibeträge nutzt. Recherchiere, welche dieser Optionen für dich am besten passen, um dein Nettovermögen aufzubauen und gleichzeitig Steuern zu sparen. Das Priorisieren dieser steuerbegünstigten Optionen vor anderen individuellen Investitionen ist oft ein kluger Schachzug.
Strebe ein sechsstelliges Nettovermögen an
Nachdem du vielleicht in deinen 20ern gelernt hast, Schulden abzuzahlen und deine ersten paar Tausend Euro zu sparen, ist es in deinen 30ern Zeit für den nächsten großen Sprung: ein sechsstelliges Nettovermögen. Mindestens 100.000 Euro sollten es sein, aber setze dir am besten ein ambitionierteres Ziel: Strebe 250.000 Euro oder mehr bis zum Alter von 40 Jahren an.
Das mag nach einer Menge Geld klingen, ist aber ein absolut erreichbares und gleichzeitig herausforderndes Ziel, das dich fest auf den Weg zur finanziellen Unabhängigkeit – und wahrscheinlich auch zur Frührente – bringt. Viele von uns haben Jahre gebraucht, um die ersten 100.000 Euro anzusparen. Aber die Erfahrung zeigt: Sobald der Ball ins Rollen kommt und du weitere finanzielle Ziele abhaken kannst, wird der Weg zu den nächsten 100.000 Euro oft exponentiell schneller. Die 30er sind dafür die entscheidende Dekade.
Betrachte Wohneigentum als eine Form des „erzwungenen Sparens“ und eine Absicherung gegen Inflation
Die Debatte zwischen Mieten und Kaufen ist endlos, aber für viele kann Wohneigentum in den 30ern ein entscheidender Schritt sein. Es ist eine Form des „erzwungenen Sparens“, denn mit jeder Hypothekenzahlung baust du Vermögen auf, im Gegensatz zur Miete.
Gerade in Zeiten, in denen die Mieten steigen, bietet ein Eigenheim eine gewisse Planbarkeit und Absicherung. Deine monatlichen Raten bleiben oft stabil und sind somit eine Absicherung gegen Inflation. Zudem kannst du den Wert deiner Immobilie durch kluge Modernisierungen steigern. Wenn du planst, mindestens fünf Jahre in einer Immobilie zu leben, kann der Kauf finanziell vorteilhafter sein als das Mieten. Es ist eine fantastische Möglichkeit, dein Nettovermögen wachsen zu lassen. Aber ganz wichtig: Informiere dich gründlich über den deutschen Immobilienmarkt und überschulde dich nicht!
Plane Hochzeiten und Flitterwochen ohne Schulden
Ja, dieses Ziel mag persönlicher Natur sein, aber es ist ein wichtiger Punkt für viele in ihren 30ern: Wenn eine Hochzeit ansteht, plane sie mit Bedacht. Natürlich möchtest du diesen besonderen Tag feiern, aber bitte nicht auf Kosten deiner finanziellen Zukunft.
Erstelle ein realistisches Budget und sei dir bewusst, dass viele Paare dieses Budget oft um mindestens 20 Prozent überschreiten. Lege diesen Puffer am besten gleich beiseite. Was du wirklich vermeiden solltest, sind Schulden für die Hochzeit oder die Flitterwochen. Der Start ins Eheleben mit einem Schuldenberg kann eine enorme Belastung sein. Sei lieber ein wenig lockerer mit kleineren Ausgaben, die dir wirklich wichtig sind, aber nimm keine unnötigen Kredite auf. Es ist oft möglich, einen Großteil der Flitterwochen durch klug gesammelte Kreditkartenpunkte oder Meilen zu finanzieren – ein cleveres Bonus-Ziel!
Weitere wichtige Ziele für deine 30er (weniger aufregend, aber unerlässlich):
* Studentendarlehen tilgen: Die 30er sind die perfekte Zeit, um Studiendarlehen wie BAföG-Rückzahlungen endgültig hinter dich zu lassen.
* Ein Testament aufsetzen: Das ist kein Thema, das man gerne angeht, aber es ist unerlässlich, um Klarheit für deine Liebsten zu schaffen.
* Spenden und anderen helfen: Mach es zur Gewohnheit, etwas zurückzugeben. Das gibt nicht nur ein gutes Gefühl, sondern kann auch finanziell eine Bereicherung sein.
* Risikolebensversicherung abschließen: Solange du jung und gesund bist, ist eine Risikolebensversicherung meist günstig zu haben. Gerade mit Familie ist sie eine absolute Selbstverständlichkeit.
Was auch immer deine finanziellen Ziele sind, vergiss nicht: Geld ist ein Werkzeug, das dir Freude bereiten soll. Harte Arbeit verdient Belohnung, und das Leben besteht nicht nur aus Sparen und Rechnen. Erlaube dir auch, das Erreichte zu genießen und gelegentlich ohne schlechtes Gewissen Geld auszugeben.
Welches dieser Ziele spricht dich am meisten an? Oder hast du noch weitere, die in deinen 30ern besonders wichtig waren? Lass es uns wissen!
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Häufig gestellte Fragen
F: Welche deutschen Alternativen gibt es zu den im US-Kontext genannten Altersvorsorgeprodukten?
A: In Deutschland bieten sich verschiedene steuerbegünstigte Möglichkeiten zur Altersvorsorge an. Dazu gehören die Riester-Rente (staatlich gefördert, besonders für Familien attraktiv), die Rürup-Rente (für Selbstständige und Gutverdiener) sowie die betriebliche Altersvorsorge (bAV), die über den Arbeitgeber läuft. Auch das langfristige Investieren in ETFs über ein Depot kann, unter Nutzung von Freibeträgen, eine steuereffiziente Strategie zum Vermögensaufbau sein.
F: Wie kann ich am besten mein Nettovermögen im Blick behalten?
A: Es gibt zahlreiche Apps und Online-Tools, die dir helfen, dein Nettovermögen zu verfolgen, indem sie deine Konten, Investments und Verbindlichkeiten aggregieren. Wichtig ist, dass du regelmäßig einen Überblick verschaffst und siehst, wie sich dein Vermögen entwickelt. So behältst du den Fortschritt deiner finanziellen Ziele stets im Auge.
F: Ist der Kauf einer Immobilie in den 30ern immer die beste Entscheidung?
A: Ob der Kauf einer Immobilie in den 30ern die beste Entscheidung ist, hängt stark von deiner persönlichen Situation ab. Es ist vorteilhaft, wenn du planst, mindestens fünf Jahre in der Immobilie zu wohnen, da kurzfristige Käufe aufgrund von Kaufnebenkosten finanziell riskant sein können. Betrachte Wohneigentum als langfristige Investition und als Schutz vor Inflation, aber lass dich vor dem Kauf umfassend beraten und bewerte deine finanzielle Situation realistisch, um eine Überschuldung zu vermeiden.

