Fühlen Sie sich manchmal ein wenig unsicher, wenn es um Kreditkarten geht? Viele von uns kennen das Gefühl. Man hört Geschichten von Freunden und Familie, die in Schwierigkeiten geraten sind, und das macht uns nervös. Besonders junge Erwachsene, die gerade erst ihre finanzielle Unabhängigkeit entdecken, schauen Kreditkarten oft mit gemischten Gefühlen an. Dabei kann eine Kreditkarte richtig nutzen so viele Vorteile mit sich bringen – wenn man nur weiß, wie!
Ich verrate Ihnen, Kreditkarten sind fantastisch, wenn man die Spielregeln versteht. Man kann eine gute Bonität aufbauen und sogar jedes Jahr Hunderte oder Tausende von Euro an Cashback kassieren. Aber bevor das alles möglich ist, müssen wir die Grundlagen beherrschen. Hier sind drei Schritte, die Ihnen zeigen, wie Kreditkarten wirklich funktionieren und wie Sie Fallen vermeiden.
Eine Kreditkarte ist ein kurzfristiger Kredit; eine Debitkarte greift direkt auf Ihr Guthaben zu (wie Bargeld).
Das ist der wichtigste Punkt, der oft missverstanden wird. Stellen Sie sich vor: Eine Kreditkarte ist wie ein kurzfristiger Kredit. Jedes Mal, wenn Sie damit etwas kaufen, leihen Sie sich Geld von der Bank. Sie verpflichten sich, diesen Betrag zu einem späteren Zeitpunkt zurückzuzahlen, möglicherweise mit Zinsen. Das ist der Kern der Kreditkartenfunktion.
Ganz anders ist die Debitkarte. Die funktioniert eher wie Bargeld oder Ihre EC-Karte. Jedes Mal, wenn Sie damit bezahlen, wird das Geld direkt von Ihrem Bankkonto abgebucht. Es ist Ihr eigenes Geld, das Sie ausgeben. Um es sich ganz einfach zu merken: Kredit ist geliehen, Debit ist Ihr Guthaben. Das Schöne an Kreditkarten ist, dass man diesen Kredit – im Gegensatz zu vielen anderen – zinslos zurückzahlen kann, solange man die Regeln befolgt.
Zahlen Sie immer den vollständigen Rechnungsbetrag fristgerecht, um Zinszahlungen vollständig zu vermeiden.
Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg mit Ihrer Kreditkarte. Am Ende jedes Abrechnungszeitraums sendet Ihnen das Kreditkartenunternehmen eine Abrechnung. Dort sind alle Ihre Einkäufe aufgelistet und – ganz wichtig – ein Fälligkeitsdatum für die Zahlung.
Zahlen Sie den gesamten Betrag bis zu diesem Fälligkeitsdatum, und Ihnen werden absolut keine Zinsen berechnet. Genau. Null.
Das Problem entsteht, wenn Sie nur die Mindestzahlung leisten oder weniger als den vollen Betrag zurückzahlen. Dann werden Zinsen fällig. Und das ist keine Kleinigkeit: Die Zinsen werden nicht nur auf den Restbetrag berechnet, sondern auf alle Ihre Einkäufe, da viele Kreditkartenunternehmen den durchschnittlichen Tagesaldo zur Berechnung heranziehen. Das kann schnell teuer werden und ist eine häufige Falle, die es zu vermeiden gilt.
Geben Sie niemals mehr mit Ihrer Kreditkarte aus, als Sie auf Ihrem Girokonto zur Deckung des Betrags haben.
Das klingt so einfach, nicht wahr? Und doch ist es für viele die größte Herausforderung. Wir alle kennen die Verlockung: Der Zahltag ist erst nächste Woche, aber dieses eine Schnäppchen wartet nicht. Man denkt sich, „Ach, das übernehme ich einfach mit der Kreditkarte, bis das Gehalt da ist.“
Das ist ein klassischer Denkfehler. Es fängt harmlos an: eine Woche im Voraus, dann zwei, dann drei. Ehe man sich versieht, kann man die Rechnung am Monatsende nicht mehr vollständig begleichen. Unser Verstand ist oft rein logisch, wenn es um Zahlen geht. Aber wir Menschen sind eben emotionale Wesen. Was auf dem Papier oder im Kopf logisch klingt, ist im Alltag oft schwer umzusetzen.
Manchmal sagen Finanzexperten, man solle Kreditkarten komplett meiden, sie seien das „Böse“. Und das stimmt auch – für einige. Wenn Sie wissen, dass Sie Ihre Ausgaben nicht kontrollieren können, ist es das Beste, die Karte vielleicht ganz zu zerschneiden und nur Bargeld oder Debitkarten zu verwenden. Das ist wie mit einem Stück Kuchen: Es wäre besser, keinen zu essen, als jeden Abend. Aber wenn man lernt, sich zu beherrschen und ihn nur ab und zu zu genießen, ist das Leben doch viel schöner, oder? Genauso verhält es sich mit der Kreditkarte: Sie bietet viele Vorteile, aber nur, wenn Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten leben.
Richten Sie Zahlungserinnerungen oder automatische Zahlungen ein, um Fristen nicht zu verpassen und somit Säumnisgebühren zu entgehen.
Manchmal ist es nicht das fehlende Geld, das zu Problemen führt, sondern schlichtweg das Vergessen. Die Rechnung flattert ins Haus, man legt sie weg, und schon ist das Fälligkeitsdatum überschritten. Das ist ärgerlich und teuer.
Die gute Nachricht ist: Jedes Kreditkartenunternehmen bietet die Möglichkeit, automatische Zahlungen oder zumindest Zahlungserinnerungen einzurichten. Das ist super praktisch! Viele Nutzer lassen sich zum Beispiel eine E-Mail oder sogar eine SMS schicken, fünf Tage bevor die Zahlung fällig ist. Dann kann man sich kurz einloggen, den Betrag überweisen und ist immer pünktlich.
Einige gehen sogar so weit, dass sie sich für jede Transaktion eine Nachricht schicken lassen. So haben sie immer den Überblick über ihre Ausgaben und müssen keine Belege sammeln. So einfach ist es, organisiert zu bleiben und die gefürchteten Säumnisgebühren und zusätzlichen Kreditkartenschulden zu vermeiden.
Kreditkarten können bei verantwortungsvollem Gebrauch Vorteile wie Cashback oder den Aufbau einer guten Bonität bieten, können aber bei Missbrauch schnell zu hohen Schulden führen.
Es ist eine Gratwanderung: Kreditkarten sind mächtige Werkzeuge. Richtig eingesetzt, helfen sie Ihnen, finanziell zu profitieren – sei es durch Cashback-Programme, Reisevorteile oder den Aufbau einer hervorragenden Bonität, die später wichtig ist, wenn Sie einen Kredit für ein Haus oder ein Auto benötigen.
Wer sie jedoch leichtfertig nutzt, gerät schnell in einen Teufelskreis. Erinnern Sie sich an die hohen Zinsen? Die können Schulden in astronomischem Tempo anwachsen lassen. Im Januar 2017 lag die durchschnittliche Kreditkartenschuld eines Haushalts in den USA bei fast 8.000 Dollar. Solche Schulden entstehen selten aus Spaß, sondern oft durch viele kleine, unbedachte Ausgaben, die sich dann summieren. Und einmal in der Kreditkartenschulden-Falle, ist es unglaublich schwer, wieder herauszukommen.
Die Wahl liegt bei Ihnen. Wenn Sie diese einfachen Regeln befolgen, können Kreditkarten ein großartiger Verbündeter auf Ihrem finanziellen Weg sein.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der größte Unterschied zwischen einer Kredit- und einer Debitkarte?
Der Hauptunterschied liegt darin, woher das Geld kommt: Eine Kreditkarte ermöglicht es Ihnen, Geld zu leihen, das Sie später zurückzahlen. Eine Debitkarte hingegen bucht das Geld direkt von Ihrem Girokonto ab, es ist also Ihr eigenes Guthaben. Man kann sagen: Kredit ist ein Darlehen, Debit ist wie Bargeld.
Wie vermeide ich Zinsen bei meiner Kreditkarte?
Um Zinszahlungen vollständig zu vermeiden, müssen Sie immer den vollständigen Rechnungsbetrag Ihrer Kreditkartenabrechnung bis zum angegebenen Fälligkeitsdatum begleichen. Zahlen Sie nur den Mindestbetrag oder einen Teilbetrag, fallen Zinsen an, oft sogar auf den gesamten ursprünglichen Kaufbetrag.
Kann eine Kreditkarte mir beim Schuldenmachen helfen?
Ja, leider können Kreditkarten bei falscher Nutzung sehr schnell zu hohen Schulden führen. Wenn Sie mehr ausgeben, als Sie auf Ihrem Konto haben, um die Rechnung zu begleichen, oder wenn Sie nur die Mindestzahlung leisten, können sich die Zinsen schnell zu einer beträchtlichen Summe aufaddieren. Es ist entscheidend, diszipliniert zu bleiben und nur das auszugeben, was Sie auch direkt zurückzahlen können.

