Ultra-verarbeitete Lebensmittel: Die süchtig machende Wahrheit hinter Zucker, Salz & Fett

Januar 22, 2026

uberleben.com.de

Ultra-verarbeitete Lebensmittel: Die süchtig machende Wahrheit hinter Zucker, Salz & Fett

Vielleicht kennen wir das Gefühl: Manchmal, gerade wenn der Stress groß ist oder man sich einsam fühlt, greift man ganz unbewusst zu etwas Süßem, Salzigem oder Fettigem. Eine Tüte Chips, ein Stück Schokolade, ein zuckersüßes Getränk. Und obwohl wir wissen, dass es nicht das Gesündeste ist, können wir oft nicht aufhören. Der Konsum von ultra-verarbeitete Lebensmittel hat sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert, und es zeigt sich immer deutlicher: Das ist kein Zufall.

Es geht um mehr als nur Willenskraft. Wissenschaftler und investigativ arbeitende Journalisten haben enthüllt, wie die Lebensmittelindustrie gezielt Produkte entwickelt, die uns unwiderstehlich erscheinen – manchmal sogar süchtig machen. Ein tiefer Blick hinter die Kulissen zeigt erschreckende Parallelen zur Tabakindustrie und wirft die Frage auf, ob wir alle einem gut durchdachten System zum Opfer fallen.

Lebensmittelkonzerne entwickeln ultra-verarbeitete Produkte gezielt mit Zucker, Salz und Fett, um sie unwiderstehlich zu machen und einen „Bliss Point“ zu erreichen, der Konsum maximiert.

Stellen Sie sich vor, ganze Wissenschaftlerteams sind nur damit beschäftigt, die perfekte Formel für Ihr Verlangen zu finden. Das ist keine Fiktion. In den Laboren der Lebensmittelgiganten wird akribisch an der idealen Kombination aus Zucker, Salz und Fett getüftelt. Salz zum Beispiel, nennen sie oft den „Geschmacksexplosion“, weil es das Erste ist, was unsere Zunge bei Snacks berührt. Fette wiederum sorgen für das sogenannte „Mundgefühl“ – dieses cremige, befriedigende Gefühl, das wir beim Biss in ein warmes Käse-Sandwich erleben.

Und dann ist da der Zucker. Für viele von uns ist er der mächtigste der drei. Die Industrie hat einen „Bliss Point“ entwickelt, einen „Glückspunkt“: die perfekte Zuckermenge, die ein Produkt maximal verlockend macht, ohne zu süß zu sein. Man nennt es auch „Crave-ability“ oder „Moreishness“ – das Ziel ist es, dass wir immer mehr davon wollen. Diese gezielte Steuerung unseres Appetits ist der Kern des Erfolgs dieser Produkte.

Die Wissenschaft deutet darauf hin, dass diese Produkte süchtig machen können und für die öffentliche Gesundheit problematischer sein könnten als Tabak oder Alkohol.

Die Vorstellung, dass ein Keks so süchtig machen könnte wie Heroin, klingt absurd, oder? Auch investigative Journalisten konnten das anfangs kaum glauben. Doch die Beweise verdichten sich. Studien zeigen, dass Laborratten Zucker sogar Kokain vorziehen und wiederholt einen Hebel drücken, um eine Zuckerdosis zu erhalten. Das ist alarmierend.

Forscher der neurobiologischen Sucht- und Essstörungsforschung bestätigen, dass Veränderungen im Gehirn von Menschen, die ihren Konsum von fett- und zuckerreichen Lebensmitteln nicht kontrollieren können, vergleichbar sind mit denen bei Alkohol-, Kokain- oder Tabakkonsum. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass Zucker Salz Fett Sucht keine leere Behauptung ist, sondern eine ernste Realität. Die Agri-Food-Industrie optimiert ihre Produkte, um Konsumenten zu binden – genau wie die Tabakindustrie einst ihre Zigaretten optimierte.

Die globale Adipositas-Epidemie ist eng mit dem Konsum von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln verbunden, verstärkt durch mangelnde Bewegung und erhöhte Bildschirmzeit.

Es ist längst kein Geheimnis mehr: Der Aufstieg der ultra-verarbeitete Lebensmittel und die weltweite Adipositas Epidemie gehen Hand in Hand. Kliniken berichten von einer „Explosion“ extrem fettleibiger Patienten. Unser Umfeld ist in den letzten Jahrzehnten geradezu „obesogen“ oder „toxisch“ geworden – voller Kalorienfallen und verlockender Werbung.

Selbst große Konzerne wie Nestlé mussten 2021 nach internen Berichten zugeben, dass ein Großteil ihrer Produkte ungesund ist. Mehr als 60 % entsprachen nicht den gängigen Gesundheitsdefinitionen. Was für ein Schock! Schon 1999 warnt ein Kraft-Manager bei einem Geheimtreffen der größten Lebensmittelkonzerne: „Wir können nicht so tun, als sei Essen nicht Teil des Adipositasproblems.“ Doch die Konzerne sahen keinen Anreiz, ihre „Firmenjuwelen“ – also Zucker, Salz und Fett – anzutasten, die ihre Verkaufszahlen ankurbelten.

Lobbyarbeit der Lebensmittelindustrie und politischer Widerstand verhindern oft wirksame staatliche Maßnahmen wie Zuckersteuern oder klare Warnhinweise, wie das Beispiel der Schweiz zeigt, im Gegensatz zu Mexiko.

Während Länder wie Mexiko drastische Schritte unternommen haben – mit Zuckersteuern, Werbeverboten für Kinder und prominenten Warnhinweisen auf ungesunden Produkten, ähnlich denen auf Zigarettenpackungen – sieht die Lage anderswo oft anders aus. Mexiko hat gelernt, dass die Öffnung des Marktes für billige, verarbeitete Produkte eine Adipositas Epidemie auslösen kann. Dort hat sich die Zahl der fettleibigen Menschen seit den 1980er-Jahren verfünffacht, und ein Drittel aller Todesfälle ist auf schlechte Ernährung zurückzuführen.

Die Industrie wehrt sich massiv gegen solche Maßnahmen und versucht, Konsumenten zu täuschen. Auch in der Schweiz, wo ultra-verarbeitete Lebensmittel jährlich Gesundheitskosten von über 8 Milliarden Franken verursachen, stößt die Einführung einer Zuckersteuer auf politischen Widerstand. Die Gründe dafür sind oft ideologisch und eng mit der mächtigen Lebensmittelindustrie Strategien und deren Lobbyarbeit verbunden. Interne Mails zeigen, wie Konzerne wie Nestlé direkt auf Regierungen einwirken, um Gesetzesvorhaben zu blockieren – mit Argumenten, die von „zu radikal“ bis zu „unnötiger Angstmacherei“ reichen. Es ist ein skandalöses Spiel, in dem wirtschaftliche Interessen oft über die öffentliche Gesundheit gestellt werden.

Betroffene leiden physisch und psychisch unter den Folgen, wobei Essstörungen oft als Bewältigungsmechanismus für emotionale Belastungen dienen, verstärkt durch die Verfügbarkeit dieser Produkte.

Die persönliche Tragödie hinter diesen Zahlen ist immens. Viele Menschen, die mit Übergewicht oder Essstörungen kämpfen, kennen den Teufelskreis: Man greift zu Essen, um emotionale Leere oder Stress zu füllen. Doch das Wohlgefühl hält nur kurz an und weicht dann oft Scham, Wut und körperlichem Unwohlsein. Man zieht sich zurück, fühlt sich allein und stigmatisiert.

Es ist kein Mangel an Disziplin, der uns in diese Situation bringt. Viele Betroffene berichten, dass sie nicht aufhören können zu essen, bis körperliche Schmerzen sie dazu zwingen. Die Industrie weiß das und nutzt es aus: Sie zielt mit aggressivem Marketing auf Kinder ab, um sie frühzeitig an ultra-verarbeitete Lebensmittel zu gewöhnen, und konzentriert sich auf die sogenannten „Heavy Users“, die 20 % der Kunden, die 80 % der Produkte konsumieren. Die Frage ist: Sind wir bereit, ganze Generationen zu opfern, weil die Lebensmittelindustrie Strategien auf Profitmaximierung ausgelegt sind? Das ist eine Frage, die wir uns als Gesellschaft stellen müssen.

Häufig gestellte Fragen

1. Was macht ultra-verarbeitete Lebensmittel so unwiderstehlich?

Die Lebensmittelindustrie entwickelt diese Produkte gezielt mit einer Kombination aus Zucker, Salz und Fett, um einen sogenannten „Bliss Point“ zu erreichen. Dieser Punkt maximiert den Genuss und macht die Produkte extrem schmackhaft, wodurch unser Verlangen und der Konsum stark gefördert werden – auch bekannt als „Crave-ability“ oder „Moreishness“.

2. Können ultra-verarbeitete Lebensmittel wirklich süchtig machen?

Forschungen deuten zunehmend darauf hin, dass dies der Fall sein kann. Studien zeigen vergleichbare Veränderungen im Gehirn von Menschen, die ihren Konsum fett- und zuckerreicher Lebensmittel nicht kontrollieren können, mit denen, die bei Alkohol-, Kokain- oder Tabakkonsum auftreten. Die Agri-Food-Industrie optimiert ihre Produkte, ähnlich wie die Tabakindustrie, um Konsumenten zu binden und den Verkauf zu steigern.

3. Warum ist es so schwer, eine gesunde Wahl zu treffen?

Es gibt mehrere Faktoren: die gezielte Entwicklung unwiderstehlicher Produkte durch die Industrie, aggressives Marketing (insbesondere an Kinder), fehlende klare Kennzeichnungen und die Lobbyarbeit der Lebensmittelkonzerne gegen staatliche Regulierungen wie Zuckersteuern oder Warnhinweise. Viele versteckte Inhaltsstoffe erschweren es zudem, den tatsächlichen Gehalt an Zucker, Salz und Fett zu erkennen.

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